Faszination Magnetkraft

Magnete besitzen faszinierende Eigenschaften. Sie ziehen sich selbst aber auch gewöhnliches Eisen an und stoßen sich auch wieder ab. Eine erkennbare Quelle für die wirkenden Kräfte sehen wir dabei nicht.

In der Antike glaubte man, ein gewaltiger Erzberg erzeuge magnetische Kräfte. Erst 1600 kam man darauf, dass der ganze Planet ein riesiger Magnet ist, um den sich ein Magnetfeld spannt, das uns vor aggressiven Sonnenwinden schützt.

Gut 200 Jahre später erkannten Forscher außerdem, dass stromdurchflossene Leiter ebenfalls ein Magnetfeld aufbauen und eine Kompassnadel umlenken.

Die Entstehung von Magnetismus

Beim Elektromagnetismus fließen Elektronen in eine Richtung durch einen Leiter zum Beispiel Draht. In einer Spule verstärken sich die Kräfte, sodass dieser wie ein Stabmagnet funktioniert.

Auch Permanentmagnete entstehen durch die gleiche Ausrichtung von Elektronen in sogenannten Weißschen Bezirken. Neodymmagnete zum Beispiel bestehen aus seltenen Erden. Ihr Magnetismus wird von solchen winzigen Elementarmagneten ausgelöst.

In der Nähe eines Magneten können ferromagnetische Stoffe – neben Eisen auch Nickel und Kobalt – magnetisiert werden und dann ebenfalls als Magnete fungieren, wenn sich die Elektronen an den Magnetfeldlinien ausrichten. Durch starke Stöße und hohe Temperaturen können Magnete entmagnetisiert werden.

Unsichtbare Kräfte

Dabei können enorme Kräfte freigesetzt werden. Auf Schrottplätzen können ganze Autos mit Hilfe von großen Magneten hochgehoben werden. Man spricht von einer bestimmten Haftkraft. In diesem Video kommen zum Beispiel Neodymmagnete mit einer Haftkraft von 200 kg zum Einsatz. Sie sind ohne Hilfsmittel also genauso schwer voneinander zu trennen, wie ein 200 kg-Gewicht zu stemmen ist. Wenn sie sich gegenseitig anziehen, werden Gläser, Porzellanfiguren, Knochen und Gebäck zwischen ihnen zerquetscht. Auch aus den Magneten brechen auf Grund ihrer Sprödheit durch ihre eigene Kraftentwicklung Stücke heraus.

Ebenso stark ist aber auch die Kraft, mit der sie sich voneinander abstoßen, wenn gleich gerichtete Pole aufeinander zeigen. Dieses Prinzip macht sich die Magnetschwebebahn zu eigen. Sie kann so reibungslos dahingleiten.

Weitere Einsatzgebiete

Die besonderen Eigenschaften von Magneten werden in zahlreichen weiteren Bereichen genutzt. Man kennt sie aus dem Alltag zur Befestigung von Notizen am Kühlschrank, zum Anbringen von Namensschildern an der Kleidung, als Leiste für Küchenmesser oder in Form von Magnetschmuck.

Es gibt Kleiderverschlüsse mit Magneten und auch das beliebte Angelspiel für Kinder funktioniert mit kleinen Magneten. Diese leisten aber auch Dienste in der Wissenschaft im Elektronenmikroskop, in der Medizin im Magnetresonanztomographen oder in der Industrie in Generatoren und Elektromotoren.

Die Heilkraft des Magneten

Oft werden Magneten auch heilende Kräfte nachgesagt. Bereits im frühen Asien benutzte man magnetische Steine in der damaligen Medizin. Der Grundgedanke alternativer Heilmethoden mit Magneten ist, dass durch wechselnde Magnetfelder Durchblutung und Zellstoffwechsel angeregt werden.

Sowohl pulsierende als auch nicht invasive Magnetfeldtherapien sind jedoch nicht in ihrer Wirksamkeit bewiesen. Nur die invasive, auch bekannt als Elektro-Osteostimulation, bringt tatsächlich Besserung bei Knochenbrüchen und Arthrose. Hierbei wird der Magnet jedoch nur zur drahtlosen Stromübertragung verwendet. Der Strom sorgt dann durch Stimulation für die eigentliche Heilung.

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