Platooning in der Logistikbranche

Die Technologie des digitalen Fahrens wird in Zukunft öfter auf den Straßen genutzt. Auch ein Logistikdienstleister testet aktuell das Platooning, im Deutschen oft auch elektronische Deichsel genannt. Doch was genau ist Platooning überhaupt und wie soll es zukünftig in der Logistikbranche genutzt werden? Wir klären auf.

Platooning – was ist das?

Nicht nur PKW, sondern auch LKW sind laut Straßenverkehrsordnung dazu verpflichtet, einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Mindestens 50 Meter sollten demnach zwischen zwei Lastern liegen. Beim sogenannten Platooning ist dies jedoch nicht mehr nötig. Hier werden zwei LKW digital gekoppelt, wodurch es ihnen möglich ist, ohne Gefahr dicht hintereinander zu fahren. Der führende LKW bestimmt das Tempo, der Fahrer muss lenken, bremsen und Gas geben. Der oder die Lastwagen dahinter sind via WLAN mit dem ersten LKW vernetzt, hier kümmern sich Computer um alles. Die Fahrer müssen lediglich die Instrumente überwachen. Während der Fahrt wird dann in der Regel gelegentlich die Position gewechselt, sodass jeder mal die Führung übernimmt. Bis zu neun Fahrzeuge können sich so einer Kolonne anschließen, theoretisch können dies auch unterschiedliche Fahrzeuge sein.

Platooning bringt einige Vorteile mit sich: Zum einen kann der Sicherheitsabstand von 50 Metern auf 15 Meter reduziert werden – dies schafft mehr Platz auf der Autobahn. Bremst der führende LKW ab, so wird automatisch ein Funksignal an den folgenden LKW abgegeben, welcher ebenso abbremst. Dieser Vorgang dauert lediglich 0,2 Sekunden. Ein Mensch hingegen würde mindestens eine Sekunde benötigen, bis er die Lage erfasst und auf das Bremspedal getreten hat. Da sich die Fahrer nicht den gesamten Tag auf den Straßenverkehr konzentrieren müssen, können zudem viele Unfälle mit LKW verhindert werden.

Ein ebenfalls großer Vorteil von Platooning: Da der Sicherheitsabstand verringert ist, können die folgenden LKW im Windschatten des führenden Fahrzeugs fahren. Dadurch müssen sie weniger Gas geben, sparen Sprit und schonen die Umwelt.

Logistikdienstleister testet automatisiertes Fahren

DB Schenker ist weltweit der erste Logistikanbieter, der den Einsatz eines automatisierten „Wiesels“ testet. Zusammen mit den Kooperationspartnern MAN Truck und Bus und der Hochschule Fresenius wurden nun zwei digital vernetzte LKW in den Praxiseinsatz geschickt. Seit dem 25. Juni sind die vernetzten LKW, bisher ohne Ladung, bei Testfahrten auf der A9 unterwegs. Bis Anfang August soll noch ohne Ladung geprobt werden. Danach werden die Platoons bis zu dreimal täglich mit Stückgut wie Maschinenteilen, Getränken oder Papier beladen und im Logistikalltag unterwegs sein. Das Pilotprojekt wurde mit zwei Millionen Euro vom Bund gefördert.

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