Das Brillen-Dilemma: Vom Vierauge zum Star im Büro?

Wer gute Augen hat, braucht keine Brille und wer eine braucht, wünscht sich, es wäre nicht so. In Zeiten, in denen das Tragen einer Brille für modebewusst empfunden wird, da es mittlerweile auch zu den klassischen Accessoires zählt, fragen sich Menschen mit Sehschwäche wahrscheinlich: „Ich seh wohl nicht richtig?!“

Vom Nasenfahrrad zum Lifestyle-Objekt

In den meisten Fällen beginnt das Tragen einer Sehhilfe bereits in der Schulzeit. Man wird von den Eltern regelmäßig zu Ärzten geschleift, die dafür Sorge tragen sollen, dass dem eigenen leiblichen Wohl in jeglicher Form Genüge getan wird. Während die Erwachsenen dies nur aus Gründen der Fürsorge tun und um notfalls einfach in der Lage sein zu können, entsprechend notwendige Maßnahmen einzuleiten, kommt das beim Nachwuchs in der Regel eher nicht so gut an. Als Kind empfindet man das allenfalls als unnötig, langweilig und in dem Fall, in dem man zur Nachbesserung eine Zahnspange oder eine Brille verschrieben bekommt, furchtbar. Das liegt natürlich nicht an den Objekten selbst, sondern eher an den gesellschaftlichen Konsequenzen, die damit üblicherweise einhergehen.

Die meisten Menschen, die in der Schulzeit schon eine Brille tragen mussten, kennen auch das Gefühl, deswegen verhöhnt zu werden, wenn nicht sogar gemobbt. Egal, ob die Gläser auf der Nase hübsch eingerahmt oder das günstigste Modell auf dem Markt waren, der gehässigen Kreativität der anderen Kinder, ohne Sehschwäche, waren keine Grenzen gesetzt. So kam man zumindest mal zu einem Spitznamen, auch wenn der vielleicht nicht der beste war, den man sich hätte wünschen können. Als Erwachsener sieht man das Ganze dann längst nicht mehr so dramatisch, bis man zum ersten Mal hört, dass die Brille heute endlich cool geworden ist und auch komplett ohne Sehstärke in den Gläsern getragen wird, um den Look des Outfits abzurunden. Hat ja zum Glück nicht lang gedauert.

Vom Streber zum smarten Vorbild

Das Image der Brille hat sich massiv verändert, wie ein Artikel aus dem Jahre 1971 der ZEIT zeigt. Die Brille führte allerdings nicht nur eine Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes herbei, auch das Image wurde dadurch noch einmal angepasst. Man konnte ein vollkommen durchschnittlicher Schüler gewesen sein, kaum wusste man mal die richtige Antwort, bekam man den nächsten netten Titel verpasst – „Streber“. Dabei umfasst die Bildung doch die wichtigsten Kulturgüter der Menschheit und hat uns erst so weit gebracht. Kindern ist das so ziemlich egal. Da steht Coolness weit über dem Wissen. Aber auch das hat sich im Laufe der Jahre endlich geändert. Die Modebranche wurde immer einflussreicher und so beschäftigen sich mittlerweile sogar die ganz Kleinen mit den Trends und den No-Go’s. Heute ist man cool, wenn man zwar nicht viel weiß, aber zumindest danach aussieht. Der Mythos, dass die Brille seinen Träger intelligenter wirken lässt, hat sich durchaus hartnäckig gehalten und ist auch heute noch weit verbreitet. So erwartet man auch in einem Büro immer wieder den überaus intelligenten Kollegen mit der Sehhilfe, den man gern ab und an mal um Rat fragt. Ob man aufgrund des Images nun auch eine Brille tragen sollte, wenn man sie doch eigentlich nicht wirklich braucht, kann nur Jeder für sich selbst entscheiden. Intelligenter wird man davon jedenfalls nicht.

Was bedeutet das jetzt für die Arbeit in einem Büro?

Ob nun ein Modeaccessoire oder nicht, immer mehr Menschen tragen eine Brille und da stellt sich doch gerade in einem Arbeitsumfeld, in dem man besonders auf eine Sehhilfe angewiesen ist, die Frage: Welche Brille bietet sich für mich am Besten an? Es gibt sie nicht nur in den verschiedensten modischen Ausführungen, sondern auch mit den unterschiedlichsten Gläsern. Gemäß der sogenannten Bildschirmarbeitsverordnung trägt sogar der Arbeitgeber die Kosten, wenn kein anderer Kostenträger dafür aufkommt. Nach dem deutschen Arbeitsschutzgesetz gilt die Brille sogar als persönliche Schutzausrüstung am Arbeitsplatz. Doch für welches Modell sollte man sich entscheiden? Für die gleichnamige Arbeitsplatzbrille oder die Allzweck-Gleitsichtbrille? Letztere deckt zwar alle Sehbereiche ab, hat ihren Fokus allerdings mehr auf dem Fernbereich und eignet sich somit eher für den alltäglichen Gebrauch. Am Arbeitsplatz sind gerade die Nah- und Mittelbereiche besonders wichtig, welche bei der Arbeitsplatzbrille durch Verzicht auf den Fernteil besser zur Geltung kommen und von den Augen komfortabler aufgenommen werden.

Was kosten die Brillengläser?

Leider variiert das sehr stark und man kann die Antwort auf die Frage nach dem Preis nur sehr schwer verallgemeinern. Ein gutes Markenglas mit gängigen Extras kostet das 3-4 fache der einfachsten Version. Im Schnitt bietet der innovative Online-Optiker TOPGLAS in Deutschland die besten Brillengläser Preise an. Ab 39,90€ erhalten Sie eine Neuverglasung Ihrer Brille inkl. Versand. Bei Gleitsichtgläsern sind das schon ca. 129 Euro für das Paar. Da man allerdings in den meisten Fällen zwei Augen damit schmücken muss, sind wir hier bei 60-500 Euro und da sprechen wir noch nicht von einem passenden Gestell. Viele Optiker bieten Gestelle zum Nulltarif an. Hier entscheidet also wieder einmal der modische Aspekt, für welches Modell man sich letztendlich entscheidet.

Das Brillen-Dilemma: Vom Vierauge zum Star im Büro?
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